Im Beitrag zur Ärztlichen Osteopathie und Funktionellen Muskeldiagnostik haben wir erläutert, auf welcher Grundlage wir Sie bei der Stärkung oder Wiederherstellung Ihrer Gesundheit unterstützen können. Ganz viel können – und sollten – Sie aber selbst tun. Mit vielen kleinen Maßnahmen können Sie Ihren Lebensstil gesünder gestalten und so aktiv und nachhaltig Ihre Gesundheit stärken.
Bewegung
Ein gutes Maß an Bewegung ist ein wichtiger, wenn nicht vielleicht der wichtigste Faktor für eine Gesundheit im Gleichgewicht. Dabei muss es nicht gleich um Leistungssport gehen – mäßige Bewegung von 20 bis 30 Minuten am Tag, am besten wirklich jeden Tag, ist für einen positiven Effekt auf die Gesundheit schon völlig in Ordnung.
Ein- bis zweimal in der Woche wirklich Sport zu treiben uns ins Schwitzen zu kommen, schadet natürlich nicht, sondern wirkt sich zusätzlich positiv auf die Fitness von Muskulatur und Knochen aus und fördert die Herzgesundheit und Durchblutung im Körper. Wichtig dabei ist, dass Sie es nicht übertreiben und die gewählte Sportart und die Intensität zu Ihrer individuellen körperlichen Konstitution passen. Gerne helfen wir Ihnen dabei im Rahmen unseres Sport-Checks weiter.
Meine Aufgabe als Arzt verstehe ich darin, gestörte Bewegungsabläufe zu erkennen und wieder in Gang zu setzen, gewissermaßen den Weg frei zu machen. Zur Stabilisierung müssen Sie sich weiter bewegen. Das ist sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne auf mentaler Ebene gemeint: Sich viel zu bewegen, am besten draußen an der frischen Luft, ist nicht nur für den Körper, sondern auch für die psychische Stabilität enorm wichtig. Gerne unterstützen wir Sie, um die Weichen zu stellen – ins Tun kommen und dranbleiben können Sie nur selbst.

Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung bildet die Grundlage eines guten Stoffwechsels. Das beginnt schon bei der ausreichenden Zufuhr von Wasser: Jeden Tag genug Flüssigkeit (1–2 Liter Wasser pro Tag) aufzunehmen, ist wichtig, um innere Prozesse in Gang zu halten und die körperliche und mentale Leistungsfähigkeit zu erhalten.
Biologisch hochwertige Lebensmittel liefern uns die Nährstoffe, die wir für eine gesunde Funktionsweise des Organismus brauchen. Um eine gute Versorgung mit allen relevanten Nährstoffen sicherzustellen, sollten wir uns möglichst abwechslungsreich ernähren; dabei sollte idealerweise der Großteil der Nahrung in saisonalem Gemüse bestehen, Fleisch, Fisch und getreidehaltige Lebensmittel können als Beilagen dienen.
Oft unterschätzt: Nicht nur was wir essen, sondern auch wie wir essen, hat einen Effekt. Ein achtsames, genussvolles Essen in Ruhe ist wesentlich bekömmlicher, als wenn wir uns gehetzt zwischen Tür und Angel etwas in den Mund schieben. „Gut gekaut ist halb verdaut“, sagt man so schön, und da ist wirklich was dran: Wenn wir uns Zeit fürs Essen nehmen, gründlich kauen, genau hinschmecken, kann der Darm die Nahrung besser weiterverarbeiten. Zudem senken wir so das Risiko, über das tatsächliche Hungerempfinden hinaus zu essen und uns zu sehr „vollzustopfen“.
Wichtig ist außerdem, dass die Lebensmittel auch individuell gut verträglich sind. Nicht jeder Körper kann alle Lebensmittel gleich gut verarbeiten, auch die Bedürfnisse sind je nach körperlicher Konstitution unterschiedlich. Gerne beraten wir Sie individuell und unterstützen Sie dabei, Ihren passenden Ernährungsplan zu finden.

Optional und nach Bedarf kann auch die gezielte Zufuhr von orthomolekularen Substanzen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente) oder Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein, um Mangelzustände auszugleichen und einen gesunden Stoffwechsel zu unterstützen. Sie sollten jedoch immer Ergänzungsmittel sein und können eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen.
Davon zu unterscheiden ist eine orthomolekulare Therapie bei Mangelerscheinungen und daraus resultierenden Gesundheitsstörungen: Hier dient die Supplementierung wie eine Art Medikament, um gesunde Strukturen erst einmal wieder aufzubauen.
Auch wenn eine Störung der Gesundheit nie auf einem Mangel an Medikamenten beruht, kann es manchmal notwendig sein, zumindest vorübergehend auch Medikamente einzunehmen, um eine weit fortgeschrittene Gesundheitsstörung erst einmal zu beheben. Hier sollten Sie sich jedoch immer ärztlich begleiten und beraten lassen.
Entspannung, gesunde Verhaltens- und Denkmuster
Eine gute psychische Selbstfürsorge ist ebenso wichtig wie die tägliche Bewegung und Ernährung. Für die Stärkung der Gesundheit ist es sinnvoll, Routinen für regelmäßige Entspannung in den Alltag zu integrieren. Das fängt schon bei ausreichendem und qualitativ hochwertigem Schlaf an: Im Schlaf finden natürliche Regenrationsprozesse für Körper und Geist statt.
Ein gestörtes Schlafverhalten kann sich auf Dauer enorm negativ auf die Gesundheit auswirken, insbesondere ein dauerhafter Schlafmangel. Der normale Schlafbedarf bei Erwachsenen liegt zwischen 7 und 9 Stunden pro Nacht. Bei Bedarf können wir eine Schlafanalyse anbieten – sprechen Sie uns gerne an.
Um auch tagsüber Phasen für Ruhe und Entspannung zu schaffen, können Sie selbst einmal überlegen, was zu Ihnen und Ihrer Lebensrealität gut passt: Achtsamkeitsübungen, Meditationstechniken, Saunagänge, ruhige Spaziergänge im Wald (hier wäre die Bewegung gleich mit abgedeckt) können mögliche Optionen sein. Auch soziale Interaktionen, die uns gut tun, beispielsweise Treffen mit Freunden, fallen in diesen Bereich, geben uns psychischen Halt und wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.
Zusammenfassung: Was kann ich jeden Tag tun, um meine Gesundheit zu stärken?
Aus allen Bereichen hier noch einmal die wesentlichen Empfehlungen für eine dauerhafte Stärkung Ihrer Gesundheit:
- Bewegung an der frischen Luft – am besten jeden Tag 20–30 Minuten, zum Beispiel spazieren gehen oder Fahrrad fahren
- Ausreichend Wasser trinken – als erwachsene Person mindestens 1–2 Liter pro Tag, bei Hitze oder viel Bewegung auch deutlich mehr
- Abwechslungsreich und gemüselastig ernähren, außerdem Zeit für das Essen nehmen und achtsam genießen
- Zeit für Ruhe, Entspannung, innere Einkehr nehmen – am besten jeden Tag, zum Beispiel gleich morgens nach dem Aufstehen oder gekoppelt an die Bewegungseinheit