Integrative Schmerztherapie

Akute und chronische Schmerzen sind der häufigste Grund, warum Menschen Ärzte aufsuchen. Und doch wird häufig keine primäre Ursache für den Schmerz gefunden. Vor allem die so verbreiteten Rückenschmerzen werden oft als „unspezifischer Rückenschmerz“ eingestuft.

Mit unterschiedlichen Methoden wird dann versucht, den Schmerz zu unterdrücken: Vorrangig werden Medikamente, Spritzen und zunehmend eine sogenannte Multimodale Schmerztherapie eingeleitet – dies allerdings häufig erst, wenn der Schmerz chronisch geworden ist.

Gesundheit im Dreieck

Die Triad of Health, das Gesundheitsdreieck, ist ein Konzept, das die Gesundheit des Menschen als gleichseitiges Dreieck veranschaulicht.

Eine Seite bildet die Struktur: Muskeln, Bänder, Sehnen, Knochen, Faszien, Organe. Hierdurch werden unsere Haltung, unser aufrechter Gang und viele Bewegungsfunktionen bestimmt.

Die zweite Seite stellt die Biochemie des Organismus dar: Eine Vielzahl chemischer Vorgänge bestimmt beispielsweise die Funktion des Immunsystems, des Hormonsystems, des Stoffwechsels, des Nervensystems und der Verdauung.

Die dritte Seite bildet die Psyche: Unsere Gefühle wie Ärger, Sorge, Liebe, Freude, unsere Erfahrungen, zwischenmenschliche Beziehungen, unsere Weltanschauung gehen hier ein.

Gesund sind wir, wenn alle drei Seiten im ausgewogenen Gleichgewicht stehen. Dann sind wir nicht nur schmerzfrei, sondern können all unsere individuellen Ressourcen entfalten und voll Freude und Kraft ins Leben einbringen.

Ursachen für Schmerzen: Struktur, Chemie, Psyche

Die Ursachen für Schmerzen können auf allen drei Seiten dieses Dreiecks liegen. Oft sind lange zurückliegende Verletzungen und daraus resultierende Störmuster in der neurologischen Ansteuerung der Muskeln die Ursache. Hier würde der Auslöser dann im Bewegungssystem, also auf der strukturellen Ebene, liegen.

Es müssen nicht immer schwere Verletzungen sein; manchmal sind es auch kleine Irritationen, an die Sie sich gar nicht erinnern. Diese Störmuster können aber mithilfe der Funktionellen Muskeldiagnostik aufgespürt – und dann behandelt – werden.

Manchmal liegen der Störung im Bewegungssystem auch biochemische Ursachen zugrunde. Das kann beispielsweise eine Störung der Schilddrüsenfunktion sein oder ein Mangel an Mikronährstoffen wie Magnesium oder Vitamin D, eine Unverträglichkeit oder eine andere Funktionsstörung des Darms oder – oder – oder. Auch diese biochemischen Störungen lassen sich mithilfe einer gründlichen Untersuchung der Muskelfunktionen einkreisen. Möglicherweise sind dann auch gezielte Laboruntersuchungen hilfreich.

Oftmals liegen Schmerzen auch emotionale Ursachen zugrunde. Es ist einleuchtend, dass ein chronisches Schmerzgeschehen Menschen auch auf der psychischen Seite mürbe machen kann. Das meinen wir jedoch nicht, wenn wir von Ursachen auf der psychischen Seite sprechen. Vielmehr kommen hier alte Traumata, auch Verletzungen auf körperlicher Ebene und Ähnliches in Frage. Was auch immer wir finden: In der Regel lässt sich ein Schmerzproblem auch von der psychischen Seite mit behandeln.

Untersuchung des vegetativen Nervensystems: Messung der Herzratenvariabilität

Bei chronischen oder wiederkehrenden Schmerzen untersuchen wir grundsätzlich auch das vegetative Nervensystem mittels Messung der Herzratenvariabilität (HRV-Messung). Das vegetative Nervensystem steuert alle Organfunktionen, unter anderem auch die Muskelaktivität. Außerdem haben wir die Möglichkeit, die elektrische Aktivität des Nerv-Muskel-Systems und die Anspannungskraft der Muskeln mittels Elektromyografie (EMG) zu messen.

Erst nach dieser exakten Analyse erfolgt eine zielgerichtete Behandlung. Sollten sich Verletzungsmuster finden, werden diese zuerst behandelt. Im nächsten Schritt werden die übrigen Probleme Schritt für Schritt abgearbeitet. Wie lange das dauert, hängt von der Komplexität ihrer individuellen Ursachen ab. In der Regel wissen wir nach spätestens zwei bis drei Behandlungen, ob wir auf dem richtigen Weg sind.

Behandlung akuter und chronischer Schmerzen

Wir kombinieren im Bereich der strukturellen Behandlung je nach Notwendigkeit manuelle Behandlungstechniken aus dem Bereich der Manualmedizin, der amerikanischen Chiropraktik (NIT), der Osteopathie und der Akupunktur.

Um ein Verletzungsmuster zu behandeln, ist zudem eine Analyse der Augenbewegungen notwendig. Das kann man sich modellhaft etwa so vorstellen: Da zum Zeitpunkt einer Verletzung der Blick in eine bestimmte Richtung gerichtet ist, kann durch erneutes Blicken in diese Richtung das Störmuster in der Muskulatur wieder abgerufen werden. Dieses Muster gilt es aufzulösen.

Weiterhin werden sensible Zonen im Gesicht abgetastet, die ebenfalls mit dem Störmuster der Muskulatur zusammenhängen. Diese Zonen entsprechen den Anfangs- und Endpunkten bestimmter Akupunktur-Leitbahnen.

Ergänzend bekommen Sie oft einen speziellen Verband mit Kinesiotape oder wir behandeln mit spezieller Wärmestrahlung oder Elektrotherapie (TENS). Manchmal ist eine ergänzende Verordnung von Physiotherapie sinnvoll.

Sollten biochemische Störungen vorhanden sein, richtet sich die Behandlung nach der Störung. Das kann eine Behandlung des Bauchraums oder Darms sein, die Gabe von Mikronährstoffen oder bei Unverträglichkeiten entsprechende Auslassdiäten oder eine modifizierte Fastenkur nach Kriterien der Modernen Mayr-Medizin.

Bei emotionalen Störungen arbeiten wir im Kern mit der Prozess- und Embodimentfokussierten Psychologie (PEP), hypnotischen Techniken und Entspannungsverfahren aus der Mind-Body-Medizin.

Akute oder chronische Schmerzen?

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